2011
liberalis ·
die Freiheit betreffend · Tanz des Verstehens
Der Freiheitsimpuls in Kunst und Gemeinwesen –
Pursuit of Liberty ∙ Pursuit of Happiness
Gemeint ist eigentlich dasselbe, dass ohne Freiheit kein Pursuit of Happiness möglich
ist!
Die Themen für die jährlichen Ausstellungsprojekte von KUNST+PROJEKTE
Sindelfingen e.V. nehmen Bezug auf Zeitfragen. In diesem Jahr ist es der Freiheitsimpuls,
stark angestoßen auch von dem letztjährigen Projekt:
… the hybrid fuels … der Hybrid befeuert – zwei+ Identitäten lassen
ein starkes Ganzes entstehen, nicht nur technologisch auch gesellschaftlich.
Der Freiheitsimpuls als treibende Kraft, da treten als
jüngste Zeitphase
künstlerischer/gesellschaftlicher Entwicklung die frühen 1960er Jahre
hervor – wie sich heute auch in der Wertschätzung der Kunstbewegungen
jener Jahre zeigt (Fluxus/Performance, Arte povera, Pop Art, Land Art, Minimal-,
Conceptual Art etc.). Kunstströmungen von großer kreativer Offenheit
mit Blick auf die Rezipienten (die sich erstaunlicherweise asiatische Kunstinstitutionen
heute viel kosten lassen). Ist das Verlangen nach Freiheit in unserer Kultur
heute zurückgestellt hinter Strategien sozialer Demokratisierung? (wobei
nicht mehr die soziale Freiheit, verstanden als „Anerkennung“ (Hegel)
im Mittelpunkt steht).
Alicja
Kwade, Teleportation (48° 42' 29.892" N / 9° 0' 14.26" E), 2011
Wir haben international arbeitende Künstler
verschiedener Generationen angesprochen. Sie treten mit individuellen Werken
hervor – poetisch,
widerständig, mit ästhetischer Kraft auch den politischen Menschen
beflügelnd. Ihre Arbeiten sind medienübergreifend und keinem Stil
zuzuordnen.
Mit dem Freiheitsimpuls in der Kunst ging der Freiheitsdrang
in Wirtschaft und Gesellschaft einher. In unserem Ausstellungsprojekt liberalis werden
wir dem Freiheitsdrang im Gemeinwesen
nachspüren und sozialpolitische/ökonomische
Spuren verfolgen. Denn es ist das Gemeinwesen, durch das sich
Künstler emphatisch individuell bewegen.
Einerseits wird der Freiheitsimpuls unter den Herausforderungen
technischer Innovationen und Globalisierung wie in der jüngsten Publikation
des Philosophen Axel Honneth: „Das Recht der Freiheit“ (einer Analyse
der sozialen Sphären: privater Nahbeziehungen, marktwirtschaftlicher Ökonomie
und dem politisch staatlichen Bereich (nach Hegel)) als gesellschaftspolitischer
Antrieb beschworen, andererseits hat er als zentraler Gedanke des Liberalismus
mit der vielfachen Bedeutungsänderung des Begriffs eine ungreifbar changierende
Wertung erfahren.
Wir haben zwei Forschungsinstitute eingeladen, die sich wissenschaftlich mit
dem Freiheitsimpuls auseinandersetzten: das Eucken Institut in Freiburg mit
dem Schwerpunkt Ökonomie/Sozialphilosophie und das Archiv
des Liberalismus in Gummersbach mit politisch/gesellschaftlichen Akzentuierungen.
Die Freiburger Wissenschaftler haben seit den 30er Jahren im Widerstand gegen
den Nationalsozialismus Freiheitsvorstellungen entwickelt, die nach dem Krieg
die Verfassung, insbesondere die Soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik
prägten.
Das permanente intellektuelle Ringen um das Verständnis von dem, was Freiheit
ausmacht, was sie bedroht –, es ist die Offenheit für das Unvorhersehbare,
das die Freiburger Schule des Ordoliberalismus geprägt hat.
Das Archiv in Gummersbach, mehr politisch gerichtet, ist für unseren Kontext bedeutsam
im Sinne F.A. von Hayeks: „Die Aufgabe des Sozialphilosophen kann nur der Einfluss auf
die öffentliche Meinung sein, nicht aber die Organisation der Menschen zur Handlung“.
Diese Gedankengänge in die Jetztzeit fortgesetzt: zur
Preview (und Langen Nacht der Museen) und Eröffnung werden Prominente
auf eine der zwei Kanzeln steigen, die wir in der Eingangshalle der Galerie
aufstellen und in einer Disputatio (ca. 15 Min.) ihre gesellschafts/wirtschaftspolitischen
Vorstellungen verteidigen.
Mit freundlicher Unterstützung:


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